Puschkin und Putin. Zur Rolle der Kultur im heutigen Russland
mit Zaal Andronikashvili und Matthias Schwartz vom Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
Moderation: Maud Meyzaud (Leuphana Universität / LIAS)
Seit Russlands großangelegter Invasion in die Ukraine 2022 wird auch in der deutschen Öffentlichkeit verstärkt über die imperialen Dimensionen russischer Kultur und insbesondere der Literatur diskutiert. Wie instrumentalisiert der Staat die Künste für seine imperialen Ambitionen, welche Verantwortung tragen aber auch Intellektuelle und Künstler selber? Welche Traditionslinien imperialer Wissens- und Ordnungskategorien lassen sich beispielsweise in Hinsicht auf den Kaukasus bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen? Wie wurden diese kulturellen Hierarchien zwischen Zentrum und Peripherie innerhalb der Sowjetunion im Zeichen nationaler Vielfalt und Gleichheit organisiert? Welche kolonialen Erbschaften spielen für den Krieg heute noch eine zentrale Rolle? Zaal Andronikashvili und Matthias Schwartz diskutieren anhand von Beispielen sowohl aus der klassischen Literatur als auch aus aktueller Populärkultur die unterschiedlichen Dynamiken und Perspektiven, die Russlands Kultur in Zeiten des Krieges formen.
Zaal Andronikashvili ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) in Berlin und Professor für Kulturwissenschaften an der Ilia State University in Tbilisi. Als Literaturwissenschaftler arbeitet er u.a. zum Verhältnis von kleiner Literatur und Weltliteratur. Als Kulturhistoriker untersucht er Georgien und den Südkaukasus in europäischen, imperialen und globalen Zusammenhängen.
Dr. Matthias Schwartz ist stellv. Direktordes Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) und Ko-Leitung des Programmbereichs Weltliteratur, Projekt Weltfiktionen post/sozialistisch. Literaturen und Kulturen aus Osteuropa. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u.a. zeitgenössische Literaturen und Kulturen Osteuropas in einer globalisierten Welt, Erinnerungskulturen und Literatur.
Veranstaltungsort: Heinrich-Heine-Haus, Am Ochsenmarkt 1a, 21335 Lüneburg
Eintritt: frei
Veranstalter: Leuphana Institute for Advanced Studies (LIAS), Literaturbüro Lüneburg
