LiteraTour Nord: Svenja Leiber, Nelka
Lesung und Gespräch
Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.
Welche Spuren die gewaltvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts und Zwangsarbeit hinterlassen haben, bis in die Gegenwart und Landschaften hinein, das macht Svenja Leiber in ihrem neuen Roman sichtbar. Sie erzählt von Frauen, deren Wissen und Körper ausgebeutet wurden, die sich in Freundschaft verbanden und sich so gegen Erniedrigung und Brutalität stemmten. Nelka beleuchtet ihre Schicksale hellwach und sensibel – und bewahrt die Erinnerung an sie.
Der Roman ist auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2026.
Veranstalter: Institut für Germanistik der Universität Osnabrück, Literaturbüro Westniedersachsen und Literaturbüro Westniedersachsen
Ort: Renaissancesaal des Ledenhofs, Am Ledenhof 3-5
Eintritt: 12€ / erm. 10€ / Studierende mit Kulturticket frei
Kartenverkauf: Altstädter Bücherstuben, Bierstraße 37, Tel. 0541 26391
