Veranstaltungen

19.01.21 - 19.30 Uhr – Literaturhaus Hannover

Clemens J. Setz: „Die Bienen und das Unsichtbare“

Moderation: Jan Ehlert

© Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag

Pure meaning, pure poetry – diese Idee scheint Menschen in allen Jahrhunderten umzutreiben und anzustacheln. Sie ist der Motor für die Erfindung von Sprachen wie Esperanto, Volapük oder Blissymbolics. Den Anekdoten hinter diesen Plansprachen geht Clemens J. Setz in Die Bienen und das Unsichtbare nach, getreu dem Motto: „Erzähl die beste Geschichte, die du kennst, so wahr wie möglich.“

Und diese Geschichte handelt unter anderem von Charles Bliss und seiner Symbolsprache, von Kindern mit Behinderung, die sich mit Blissymbolics zum ersten Mal ausdrücken können. Davon, wie Clemens J. Setz einen Sommer lang Volapük lernt und selbst eine eigene Sprache entwickelt. Es geht um die vermutlich einzige Volapük-Muttersprachlerin, die je gelebt hat, um Klingonisch und High Valyrian, eine Sprache, die für die Fernsehserie Game of Thrones geschaffen wurde. Und um Esperanto, die größte Erfolgsgeschichte in der Welt der Plansprachen, deren Sprecher*innen unter Stalin und Hitler verfolgt wurden und durch die ein junger blinder Russe zum Dichter, Abenteurer und anarchistischen Weltgelehrten wurde. Stets ist es die eigenartige Vermengung von tiefer existenzieller Krise und Sprachenerfindung, die Setz aufspürt und die ihn in ihren Bann schlägt – und so ist dieses Buch auch die persönliche Geschichte des Sprachkünstlers Clemens J. Setz.

Clemens J. Setz, wurde 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik sowie Germanistik studierte und heute als Übersetzer und freier Schriftsteller lebt. 2011 wurde er für seinen Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Sein Roman Indigo stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012. Für seinen Roman Die Stunde zwischen Frau und Gitarre erhielt Setz den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2015.

Jan Ehlert, geb. 1979, studierte Kirchenmusik sowie Film- und Fernsehwissenschaft. Nach der Ausbildung als Fernseh-, Hörfunk- und Online-Journalist arbeitete er zunächst als freier Literaturredakteur. Seit Dezember 2017 ist er als Redakteur bei NDR Kultur tätig.

Eintritt: 12,–, ermäßigt 6,–

Aufgrund unseres geringen Kontingents gibt es Karten nur im Direktverkauf an der Vorverkaufskasse im Künstlerhaus. Telefonische Kartenreservierungen unter (0511) 168 41 222. Aktuelle Informationen zur Veranstaltung unter www.literaturhaus-hannover.de.

Die Veranstaltung wird voraussichtlich aufgezeichnet und für einen begrenzten Zeitraum als Video in unserer Mediathek unter www.literaturhaus-hannover.de/tv zur Verfügung gestellt.