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10.12.19 - 19.30 Uhr – Literaturhaus Hannover

Klartext: Paul-Henri Campbell

„Tattoo & Religion“

© Volker Derlath

Moderation: Jan Ehlert

„Man erkennt sofort die Sammler von Tinte. Das sind die Wahren! Sie stellen nicht viele Fragen.“

Ist im 21. Jahrhundert unser Körper der letzte Ort, an dem wir uns wirklich noch mit uns selbst verständigen? In Deutschland sind gegenwärtig etwa 7000 Tätowier-Studios registriert. Das Geschäft mit der Transformation des Körpers war vielleicht noch nie so lukrativ. Dabei spielt religiöse Spiritualität noch immer eine wichtige Rolle: Nicht nur offensichtliche Motive wie Madonnen und Kreuze können Ausdruck eines persönlichen Glaubens sein; der Akt des Tätowierens selbst ist vielleicht schon ein Verhalten mit religiösen Zügen: Die Suche nach dem unauslöschlichen Zeichen, das mich ausdrückt, das zu mir passt, das ich bin.

Der Theologe und Schriftsteller Paul-Henri Campbell zeigt in seinem reich bebilderten Buch Tattoo & Religion viele solcher Suchen. Es enthält Gespräche mit ganz unterschiedlichen Charakteren, wie etwa Henk Schiffmacher aus Amsterdam, dessen Künsten sich auch Lady Gaga anvertraute. Talente wie der Kroate Ninoslav Zelenovic aus Zagreb, der die traditionelle bosnisch-kroatische Tätowierung pflegt. Oder der Tätowierer Mikael de Poissy aus Paris, der sich von der Ästhetik von Kathedralfenstern inspirieren lässt. Und auch die individuellen Wege zu persönlichen Tätowierungen werden zum Thema, etwa in Interviews mit einem Jesuiten oder einem Tankstellenbesitzer.

Jan Ehlert, Mitglied der Redaktion „Religion und Gesellschaft“ bei NDR Kultur, spricht mit Paul-Henri Campbell über die bunten Kathedralen des Selbst und die Zusammenhänge von Körperkunst und religiösem Glauben.

Paul-Henri Campbell, geb. 1982 in Boston (USA) schreibt Lyrik und Prosa in englischer und deutscher Sprache und arbeitet als Übersetzer. Er studierte katholische Theologie und klassische Philologie in Frankfurt am Main sowie an der National University of Ireland, Maynooth. 2017 erschien sein Gedichtband nach den narkosen, für den er den renommierten Herman-Hesse-Förderpreis erhielt.

Jan Ehlert, geb. 1979, studierte Kirchenmusik sowie Film- und Fernsehwissenschaft und arbeitete zunächst als freier Journalist. Seit Dezember 2017 ist er Redakteur bei NDR Kultur.

Eintritt: 12,– / 6,–

Karten erhalten Sie unter: www.literaturhaus-hannover.de oder 0511 / 168 41 222