Veranstaltungs-Archiv

21.04.13 - 11.00 Uhr – Literaturhaus Hannover

Weltausstellung Prinzenstraße XXI

„Aus den Niederungen der verratenen Utopie – Zerreißproben Chinas“: Lesung und Gespräch mit Liao Yiwu

Ob die Realität in den Gefängnissen oder der Alltag hinter den Fassaden – Liao Yiwu ist Sammler von unterdrückten Stimmen, ist Zeitzeuge der Brutalitäten eines heftigen Fortschrittsmarsches geworden. Von keinem anderen Autor kann man mehr erfahren über die gegenwärtigen Widerspüche Chinas und zugleich über die Essenz der Globalisierung. Darüber spricht Liao Yiwu, Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2012, mit Gastgeber Ilija Trojanow.

Liao Yiwu, geb. 1958 in der Provinz Sichuan, ist Dichter und Romanautor. Er wuchs in den Jahren der großen Hungersnot in China auf und schlug sich als Tagelöhner durch. 1989 veröffentlichte er das epische Gedicht Massaker, in dem er das Blutbad auf dem Platz des Himmlischen Friedens anprangerte. Er wurde dafür vier Jahre lang inhaftiert und zum Teil schwer misshandelt. Sein Buch Fräulein Hallo und der Bauernkaiser. Chinas Gesellschaft von unten wurde in China sofort nach Erscheinen verboten. 2007 wurde Liao Yiwu vom unabhängigen chinesischen PEN-Zentrum mit dem Preis „Freiheit zum Schreiben“ ausgezeichnet. Im Mai 2011 wurde ihm von den chinesischen Behörden verboten, seine Werke im Ausland vorzutragen. Seit Juli 2011 lebt und arbeitet Liao Yiwu in Deutschland.

Der Eintritt ist für Abonnenten des Schauspiel Hannover frei.
Sonst: 11,- / erm. 8,- Euro

Veranstalter: Schauspiel Hannover. Mit freundlicher Unterstützung der TUI Stiftung.
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Hannover e.V.

Achtung, anderer Veranstaltungsort: Foyer des Schauspielhauses