Veranstaltungs-Archiv

09.06.11 - 19.30 Uhr – Literaturhaus Hannover

Resonanzen: Gerald Hüther und Moritz Rinke

"Unterm Hamsterrad - Was wir sind und was wir sein könnten"

 

Moderation: Jutta Rinas

Wir sind gewöhnt, alles was wir vorfinden, als Ressource zu betrachten und beuten nicht nur fossile Brennstoffe und Bodenschätze bis zur Erschöpfung aus, sondern auch uns selbst. Die Gesellschaftskrankheit Stress greift virulent um sich. Neben der drohenden Ausgrenzung durch Arbeitslosigkeit rückt auf der anderen Seite ein Zuviel an Arbeit als private wie gesellschaftliche Bedrohung ins Bewusstsein, Burn-out-Erkrankungen und Depression nehmen rapide zu. Doch wie aussteigen aus dem Hamsterrad, ohne zu stürzen und Teilhabe aufzugeben? Was kann uns vor dem Kollaps retten? Modebegriffe wie „work-life-balance“ und „Stressmanagement“ entpuppen sich als schlecht verhüllter Teil immerwährender Leistungsanforderung. Muss also nicht ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel her?

Der bekannte Gehirnforscher Gerald Hüther plädiert in seinem neuen Buch Was wir sind und was wir sein könnten für ein radikales Umdenken: von einer Gesellschaft der Ressourcen-Nutzung zu einer Gesellschaft der Potentialentfaltung. Im Gespräch mit Moritz Rinke erklärt er aus neurobiologischer Sicht, wie wir anstelle von Leistungsdruck und Stress wieder Kreativität und Begeisterung entwickeln könnten. Auch der Dramatiker und Romanautor Moritz Rinke hat sich des Wahnsinns unserer Arbeitswelt thematisch angenommen: In seinem Theaterstück Café Umberto geraten Arbeitslose durch eine absurde Arbeitsverwaltung und systematische Demütigungen in Verzweiflung und Selbstverachtung, während Republik Vineta am Beispiel des arbeitssüchtigen Architekten Färber zeigt, wie die gesellschaftlich geforderte Gier nach mehr uns selbst zu Gejagten macht.

Gerald Hüther, geb. 1951, ist Professor für Neurobiologie an der Universität Göttingen. Er ist Autor zahlreicher Bestseller, u.a. Biologie der Angst und Die Evolution der Liebe.

Moritz Rinke, geb. 1967 in Worpswede, schreibt Kolumnen und Reportagen und wurde als Dramatiker u.a. mit seiner zeitgerechten Nibelungen-Neufassung bekannt und mehrfach ausgezeichnet. 2010 erschien sein erster Roman.

Jutta Rinas, geb. 1963 in Mannheim, studierte Klavier, Musikwissenschaft und Germanistik, arbeitete für den WDR und die FR und ist heute Redakteurin der HAZ.

Eintritt: 8,- / erm. 6,- Euro


Thementag im Künstlerhaus zum Thema „Wachstum“!
Das Kino im Künstlerhaus zeigt um 17.30 Uhr die Verfilmung von Republik Vineta (Regie: Fraziska Stünkel), im Kunstverein läuft die Ausstellung Über die Metapher des Wachstums.

Kombiticket für Film, Ausstellung und Lesung nur an der Vorverkaufskass: 12,- Euro.