Veranstaltungs-Archiv

05.10.11 - 19.30 Uhr – Literaturhaus Hannover

Resonanzen: „Der letzte Geschlechtsverkehr“ – Geschichten über das Altern

mit Helke Sander und Barbara Duden

 

Moderation: Jutta Rinas

Heutzutage alt zu werden, bietet im Vergleich zu früheren Zeiten viele Vorteile, führt aber auch zu ganz neuen Herausforderungen. Wie man diesen auf individuelle Weise begegnen kann, davon erzählt die bekannte Filmemacherin und Autorin Helke Sander in ihrem neuen Buch Der letzte Geschlechtsverkehr – mal komisch, mal melancholisch: Da ist die Bibliothekarin, die Tochter ist aus dem Haus, vom Alleinleben hat sie genug. Aber wie lernt sie einen Mann kennen? Ist sie die Frau „zum Lachen und Weinen“, die in Annoncen so oft gesucht wird? Und da ist die Frau, für die das Kapitel Beischlaf eigentlich abgeschlossen ist, die sich aber durch den allgemeinen Trend geradezu genötigt sieht, diesen Abschied nicht einfach hinzunehmen, wie es für frühere Frauengenerationen noch üblich war.

Was bedeutet es, in dieser Gesellschaft alt zu werden, als "alt" zu gelten? Ist man wirklich so alt, wie man sich fühlt? Oder so alt, wie die Gesellschaft einen nach den willkürlichen und herben Kriterien des „Gebrauchswertes“ sieht? Worin besteht das Unglück und worin auch das Glück des Altwerdens? Helke Sander, die in den 60ern die Frauenbewegung mitbegründete, diskutiert darüber mit Barbara Duden, die als Körperhistorikerin und Geschlechterforscherin eine profunde Kennerin der gesellschaftlichen Sicht auf den (Frauen-)Körper ist und seit langem den historischen Wandel der körperlichen Selbstwahrnehmung erforscht.

Helke Sander, geb. 1937 in Berlin, studierte an der deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin und drehte viele Filme, u.a. den international beachteten Dokumentarfilm BeFreier und Befreite. 1981–2001 war sie Professorin an der HFBK Hamburg.

Barbara Duden, geb. 1942, lehrte 1985-1990 an verschiedenen Universitäten in den USA, seit 1994 als Professorin am Institut für Soziologie der Universität Hannover. Sie lebt in Bremen und veröffentlichte u.a. Die Gene im Kopf - der Fötus im Bauch (2002).

Jutta Rinas, geb. 1963 in Mannheim, studierte Klavier, Musikwissenschaft und Germanistik. Sie arbeitete für den WDR und die FR und ist seit 1997 Redakteurin der HAZ.

 

Eintritt: 8,- / 6,-


In Zusammenarbeit mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung