Veranstaltungs-Archiv

20.10.11 - 19.30 Uhr – Literaturhaus Hannover

Literatur(h)aus Europa – Island: Steinar Bragi

„Frauen“

 

Moderation und Übersetzung: Kristof Magnusson

Die Künstlerin Eva Einársdottir trifft sich in New York mit einem isländischen Banker, der ihr eine Förderung in Aussicht stellt. Weder beruflich noch privat geht es Eva gut: Hrafn, ihre große Liebe, hat sich von ihr abgewendet. Er ist mit dem plötzlichen Tod ihrer kleinen Tochter ebenso wenig fertig geworden wie Eva selbst. Im Gespräch vertraut sie dem Banker mehr an, als sie will, und er stellt ihr großzügig sein verwaistes Luxusappartement in Reykjavik zur Vefügung. Als sie jedoch dort ist, hat Eva das Gefühl, das Objekt einer perfiden Inszenierung zu sein, in der die Grenzen zwischen Realität, Albtraum und Kunst zunehmend verschwimmen.

Wie ein Thriller beginnt der Roman des jungen isländischen Autors Steinar Bragi. Dabei zeichnet Frauen das vielleicht radikalste Bild Islands vor der Finanzkrise und ist durchaus auch als literarische Kritik am zügellosen Kapitalismus, in dem Profitgier die Würde des menschlichen Lebens überrollt, zu lesen. Bragis Roman – erzählerisch brilliant und so verstörend und erhellend wie ein Film von Lars von Trier – wurde von der Kritik hoch gelobt und gilt in Island schon jetzt als Ereignis.

Der Berliner Autor Kristof Magnusson, der Frauen ins Deutsche übersetzt hat und dessen letzter Roman Das war ich nicht, den er letztes Jahr bei uns vorstellte, ebenfalls eine geistreiche und fesselnde Geschichte über die Paradigmen und Krisen des Kapitalismus erzählt, moderiert die Lesung.

Steinar Bragi, geb. 1975, studierte Komparatistik und Philosophie. Mit 23 veröffentlichte er in Island seinen ersten Gedichtband und seinen ersten Roman Turnin.

Kristof Magnusson, geb. 1976 in Hamburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und der Universität Reykjavík. Er lebt als Autor und Übersetzer aus dem Isländischen in Berlin. Sein erfolgreichstes Stück Männerhort lief an über 50 Theatern im In- und Ausland. Magnusson erhielt den Rauriser Literaturpreis 2006, Das war ich nicht stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2010.

 

Eintritt: 8,- / 6,-