Veranstaltungs-Archiv

17.04.13 - 19.30 Uhr – Literaturhaus Hannover

„Jean Paul. Meister der zweiten Welt“

Buchvorstellung und Gespräch mit Beatrix Langner und Alexander Košenina

Dem Zeitgenossen Schiller war er „fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist“, zugleich genoss Jean Paul (1763–1825) zu Lebzeiten literarischen Ruhm und blieb nicht nur für Arno Schmidt „einer von den Zwanzig, für die ich mich mit der ganzen Welt prügeln würde“. In jedem Fall war Jean Paul ein Kauz und Außenseiter, der fast das gesamte Wissen um 1800 wahrnahm und in seine eigenwilligen Texte einfließen ließ, die – witzig, skurril, satirisch, phantastisch – in ihrer poetischen Freiheit zweifellos eine Sonderstellung in der Literaturgeschichte einnehmen.

Zum 250. Geburtstag Jean Pauls zeichnet Beatrix Langner in ihrer glänzend geschriebenen Biographie ein neues Bild des bescheidenen und friedfertigen Mannes und großen Wortzauberers, dessen Werk das Drama des Menschen zwischen Vernunft und Aberglaube, zwischen der Tag- und Nachtseite seines Bewusstseins zeigt. Dabei macht Langners fundierte Biographie auch deutlich, wie sensibel und hellsichtig Jean Paul auf das geistige und politische Geschehen in Deutschland reagierte.

Zum Auftakt des Forschungskolloquiums Literatur und Naturwissenschaft: Jean Paul, das er im Sommersemester 2013 an der Leibniz Universität Hannover abhält, spricht Alexander Košenina mit der Autorin über den Ausnahmeautor Jean Paul.

Dr. Beatrix Langner, geb. 1950, ist freie Autorin und Literaturkritikerin. Die promovierte Germanistin schreibt regelmäßig für die NZZ und Deutschlandradio und hat Bücher u. a. über Friedrich Hölderlin und Adelbert von Chamisso veröffentlicht.

Prof. Dr. Alexander Košenina, geb. 1963, studierte Germanistik und Philosophie und war an verschiedenen Universitäten des In- und Auslandes tätig, seit 2008 lehrt er als Professor für Deutsche Literatur des 17.–19. Jahrhunderts an der Leibniz Universität Hannover.

 

Eintritt: 8,- / 6,-