Veranstaltungs-Archiv

16.03.10 - 19.30 Uhr – Literaturhaus Hannover

Hannah-Arendt-Stipendium: Carlos Aguilera im Gespräch

Moderation: Gabriela Jaskulla
Lesung des deutschen Textes: Moritz Dürr


Um verfolgten Autoren einen Ort zum Leben und Arbeiten anzubieten, beteiligt sich Hannover seit 2000 mit dem Hannah-Arendt-Stipendium an dem internationalen Programm Städte der Zuflucht, inzwischen als Städtenetzwerk ICORN neu konstituiert. Als sechster Gastautor lebt Carlos Aguilera derzeit in Hannover. Aguilera zählt zu den interessantesten zeitgenössischen Autoren Kubas. 1970 in Havanna geboren, studierte er romanische Philologie und publizierte zunächst mehrere, in Kuba mit Preisen ausgezeichnete Gedichtbände, bevor er als Mitherausgeber einer kritischen Literaturzeitschrift mit Gefängnis bedroht und zensiert wurde. 2003 kritisierte Aguilera vom Ausland aus die größte Verhaftungswelle seit Beginn der kubanischen Revolution und erhielt Einreiseverbot, das bis heute gilt. Seitdem hält er sich in Europa auf.

Gabriela Jaskulla stellt den neuen Hannah-Arendt-Stipendiaten im Gespräch vor, und Moritz Dürr vom Schauspiel Hannover liest Auszüge aus Aguileras Werk, von dem auf Deutsch zuletzt der Roman "Theorie der chinesischen Seele" und das Stück "Rede der toten Mutter" erschienen sind: beides tragikomische Betrachtungen eines totalitären Systems – amüsant, irritierend und herausfordernd. In Hannover arbeitet Aguilera an einem neuen Roman und weiteren Theaterstücken, er schreibt regelmäßig für Zeitungen in Mexiko und beteiligt sich an dem ICORN-Projekt Sharazad (www.icorn.org).

Gabriela Jaskulla, geb. 1962 bei Würzburg, arbeitete als Redakteurin und Moderatorin beim NDR, leitete von 2006 bis 2009 den Bereich Hörbuch beim Hoffmann und Campe Verlag und lebt heute als freie Journalistin, Übersetzerin und Autorin in Berlin.

Eintritt: 7,- / erm. 5,- Euro

Ort: Literaturhaus Hannover, Sophienstraße 2, 30159 Hannover