Veranstaltungs-Archiv

06.11.12 - 19.30 Uhr – Literaturhaus Hannover

Friedrich Christian Delius

"Als die Bücher noch geholfen haben. Biographische Skizzen"

 

Moderation: Olaf Kutzmutz

Friedrich Christian Delius, 2011 mit der wichtigsten literarischen Auszeichnung in Deutschland, dem Büchner-Preis, geehrt, ist seit jeher ein wacher, genauer Beobachter seiner Zeit, der in seinen Büchern die beschriebene Wirklichkeit mit einem kritischen, eigensinnigen Geist, mit Ironie und Poesie belebt.

Seit fast fünf Jahrzehnten ist Delius Akteur und Beobachter des deutschen Geisteslebens. Mit 21 Jahren las er vor der Gruppe 47, wurde wenige Jahre später Lektor bei Wagenbach, dann bei Rotbuch. Er erlebte Sternstunden und Tiefpunkte der Linken sowie ihre Zerrissenheit angesichts des RAF-Terrors. Als poetischer Chronist deutscher Zustände verteidigte er die Kunst stets gegen die Politik.

Nun erinnert sich Delius: Was war der verrückteste Moment in der Literaturgeschichte seit 1945? Warum verliebte sich ein junger deutscher Autor in Susan Sontag? Wie veränderten die Schüsse der sechziger Jahre die Sprache? Wie spielte Rudi Dutschke Fußball? Warum klagte ein Konzern wie Siemens gegen eine Satire? Wie wurde Literatur durch die Berliner Mauer geschmuggelt?

In seinem Erinnerungsband zeichnet er Porträts von Weggefährten wie Heiner Müller, Nicolas Born oder Herta Müller und liefert ein ebenso persönliches wie eindrucksvolles Zeugnis einer Epoche.

Friedrich Christian Delius, geb. 1943 in Rom, in Hessen aufgewachsen, lebt heute in Berlin und Rom. Als einer der bedeutendsten deutschen Autoren wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Fontane-Preis 2004 und Joseph-Breitbach-Preis 2007.

Olaf Kutzmutz, geb. 1965 in Gelsenkirchen, promovierte in Germanistik und leitet seit 1999 den Fachbereich Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel.

Eintritt: 8,- / 6,- Euro