Veranstaltungs-Archiv

07.11.18 - 19.30 Uhr – Literaturbüro Oldenburg

Daughters and Sons of Gastarbeiters

Geschichte(n) von damals

In einer Zeit, in der in öffentlichen Debatten ethnische und religiöse Hintergründe eine immer größere Rolle spielen, erscheint es umso wichtiger, den Blick auf die konkrete Lebenswirklichkeit von Menschen mit Migrationserfahrung zu richten, um gängige Überfremdungstheorien ins Leere laufen zu lassen.

Autorinnen und Autoren des Kollektivs Daughters and Sons of Gastarbeiters bieten in künstlerisch-performativer Form autobiografische Erzählungen aus ihrer Familiengeschichte dar. Ihre Erzählungen werden von Bildprojektionen aus dem Familienalbum, Bühnenbild, Film und Musik begleitet und eröffnen einen Diskurs über das Selbstverständnis und die Relevanz der Einwanderer in der deutschen Gesellschaft. Sie folgten ihren Eltern aus den Dörfern Anatoliens, Südeuropas und des Balkans nach Deutschland oder kamen in einem Arbeiterviertel der Bundesrepublik zur Welt. Ihre Väter und Mütter sollten in Deutschland als „Gastarbeiter“ den Wirtschaftsaufschwung beflügeln. Ihr Kapitel ist ein wichtiger Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte. Höchste Zeit, ihren Erinnerungen ein Forum zu bieten!

Daughters and Sons of Gastarbeiters ist eine offene Literaturplattform, die im Januar 2015 in Berlin von Çiçek Bacik und Ferda Ataman ins Leben gerufen wurde. Seit 2015 führt das Autorenkollektiv zahlreiche Lesungen in unterschiedlichen Städten Deutschlands durch. Bei der Veranstaltung in Oldenburg treten auf: Çiçek Bacik, Abdulvahap  Çilhüseyin, Rosaria Chirico, Miguel Zamorano und Koray Yilmaz-Günay.

Auch in Oldenburg leben Menschen mit einer „Gastarbeiter“-Biographie. Die Familienalben der Daughters and Sons of Gastarbeiters erweitern wir deshalb um einige exemplarische Biografien von Frauen, die als „Gastarbeiterinnen“ nach Deutschland kamen und nun in Oldenburg leben. Ihre Lebensgeschichten werden im Kontext der Veranstaltung auf Bannern präsentiert.

„Geschichte(n) von damals“ wird vom Literaturbüro in Kooperation mit dem AWO Bezirksverband Weser-Ems e.V. und dessen Projekt ‚KusAK‘ durchgeführt. ‚KuSAK‘ – Kultursensible Altenhilfe im Oldenburger Stadtteil Kreyenbrück wendet sich an Migrantinnen und Migranten im Seniorenalter und deren Angehörige. Die drei Säulen des Projektes sind das individuelle Beratungsangebot, Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen und Begegnungsangebote, wie Frühstücksrunde, Erzählcafé, gemeinsame Ausflüge oder das Singen traditioneller Volkslieder. Gefördert wird das Projekt von der Stadt Oldenburg.

Der Eintritt ist frei!

Veranstaltungsort:
Musik- und Literaturhaus Wilhelm13
Leo-Trepp-Straße 13 (ehemals Wilhelmstraße 13)