Veranstaltungs-Archiv

02.12.10 - 20.00 Uhr – Literaturhaus Hannover

20 JAHRE LITERATURHAUS HANNOVER: „Kunstausüben“

Kathrin Dittmer und Olaf Kutzmutz im Gespräch mit F.W. Bernstein, Andreas Platthaus, Moritz Rinke und Thomas Rosenlöcher

Vor 20 Jahren wurde das Literaturbüro – jetzt Literaturhaus – Hannover gegründet!
20 Jahre Literaturhaus Hannover, 20 Jahre Programme für Literatur, 20 Jahre Konzepte für Sprachkunst und Buch – ob LiteraTour Nord oder Buchlust, Lyrikfest oder Resonanzen, ob Dialoge über druckfrische Gegenwartsliteratur oder auch Monologe zu früheren Autoren, ob greifbar vor Augen oder virtuell in Text und Netz: Hunderte Akteure waren zu Gast, Freunde und Förderer haben unsere Arbeit unterstützt und mitgestaltet. Darüber freuen wir uns und möchten dies feiern!

Doch wenn man 20 Jahre Literatur öffentlich vorstellt, kann man auch einmal fragen: Wie übt man Kunst aus? Zerren wir widerstrebende Autoren auf die Bretter, leuchten sie erst an und dann auch noch aus? Bereiten wir Wege oder erfinden wir sie erst? Müssen wir nützlich sein und etwas beweisen? Darf es schön sein? Macht Zuhören alt? Und wieso ist Lesen seliger denn Fernsehen? Stimmt es, dass Kunst von Können kommt, und macht sie wirklich so viel Arbeit?

Wir haben dazu Gäste eingeladen, Doppel- und Mehrfachbegabungen, die zum Thema und Motto des Abends „Kunstausüben“ viel zu sagen haben: Der erfolgreiche Dramatiker, Fußballer und Journalist Moritz Rinke, der lokalpolitisch engagierte Dresdner Lyriker Thomas Rosenlöcher, der FAZ-Feuilleton-Redakteur und Comic-Spezialist Andreas Platthaus sowie der „schärfste Kritiker der Elche“, nämlich der Zeichner, Satiriker und Dichter F.W. Bernstein. Sie diskutieren im Gespräch mit Literaturhaus-Leiterin Kathrin Dittmer und Olaf Kutzmutz von der Bundesakademie für kulturelle Bildung über die eigenartige Paarung des Auratischen in der Kunst mit der manchmal ungelenken Übung.

F.W. Bernstein alias Fritz Weigle, geb. 1938, zeichnete und textete für pardon und Titanic und zählt mit Robert Gernhardt und F.K. Waechter zu den Begründern der Neuen Frankfurter Schule. Bis 1999 war er Professor für Karikatur und Bildgeschichte an der HdK Berlin. Bernstein wurde u.a. mit dem Göttinger Elch 2003, dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor und dem Wilhelm-Busch-Preis 2008 ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.

Andreas Platthaus, geb. 1966, studierte Rhetorik, Philosophie und Geschichte und ist seit 1997 Feuilleton-Redakteur der FAZ; seit 2008 verantwortet er dort die Beilage Bilder und Zeiten. Platthaus veröffentlichte einen Roman, Biographien und mehrere Bücher über die Kunst der Comics. Seit 1995 ist er Ehrenpräsidente der Donaldisten. Er wohnt in Dresden und Frankfurt.

Moritz Rinke, geb. 1967 in Worpswede, erhielt für seine Reportagen zweimal den renommierten Axel-Springer-Preis und wurde als Dramatiker bundesweit bekannt mit seinem Stück Republik Vineta („bestes deutschsprachiges Theaterstück“ 2001) und mit seiner zeitgerechten Nibelungen-Neufassung für die Nibelungenfestspiele 2002 in Worms. 2010 erschien sein erster Roman. Rinke ist erfolgreichster Torjäger der deutschen Autorennationalmannschaft und lebt in Berlin.

Thomas Rosenlöcher, geb. 1947 in Dresden, studierte Betriebswirtschaft, später am Literaturinstitut Johannes R. Becher in Leipzig und arbeitete am Kinder- und Jugendtheater in Dresden. Seit 1983 schreibt er Gedichte, Kinderbücher und Essays und erhielt dafür u.a. den Friedrich-Hölderlin-Preis 1999 und den Hölty-Preis für Lyrik 2008. Er lebt in Beerwalde/Erzgebirge und Dresden.

Kathrin Dittmer, geb. 1962 in Hannover, studierte Politikwissenschaft, deutsche Literaturwissenschaft und Geschichte und leitet das Literaturhaus Hannover seit 1994.

Dr. Olaf Kutzmutz, geb. 1965 in Gelsenkirchen, studierte Germanistik in Münster und promovierte über Christian Dietrich Grabbe. Seit 1999 leitet er den Fachbereich Literatur der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel.

Eintritt: 8,- / erm. 6,- Euro