Veranstaltungs-Archiv

29.09.22 - 19.30 Uhr –

Ulrich Koch: Werkgespräch

Hölty-Preis für Lyrik 2022

Moderation: Michael Braun

Seit seinem Debüt Weiß ich ist der lyrische Desillusionierungskünstler Ulrich Koch der verlässlichste poetische Chronist der Provinz, eines melancholischen Daseins und der unaufgeregten Betrachtung, nicht ohne Humor und mit tiefer Empfindung.

Seine Gedichte, die in mittlerweile elf Bänden vorliegen, führen uns hin zur kleinen Welt der Buswartehäuschen, Pendlerzüge, Turnhallen, Baggerseen und zum „Nachtlicht der Telefonzelle in der leeren Ortsmitte“. Oft mit überraschender Sicht auf Natur, Selbst. Ein Menschenblick mit lakonischer Pointe: „Ein Leben ohne Schwalben ist sinnlos, / denken die Schwalben.“
An welchem Punkt auch immer diese Gedichte unsere Lebenswelt berühren, tut sich ein Riss auf in der Welt und die Protagonisten der Gedichte taumeln, auch ins Unheimliche. In seinen meisterhaften Gedichtbänden Selbst in hoher Auflösung (2017) und Dies ist nur der Auszug aus einem viel kürzeren Text (2021) finden wir sowohl die Selbstwidersprüche wieder, mit denen wir durch unser Dasein gehen, als auch völlig neue, überraschende Bilder, die nicht nur alle Vögel hoch fliegen lassen.

Der Literaturkritiker und Lyrikexperte Michael Braun lädt uns zur Werkschau mit Ulrich Koch ein.

Der Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und Sparkasse Hannover wird seit 2008 alle zwei Jahre überreicht. Bisher erhielten ihn Thomas Rosenlöcher, Paulus Böhmer, Christian Lehnert, Silke Scheuermann, Christoph Meckel, Norbert Hummelt und Marion Poschmann. Mit 20.000 Euro ist der Hölty-Preis der höchstdotierte Lyrikpreis im deutschsprachigen Raum.

Ulrich Koch, geb.1966 in Winsen an der Luhe, lebt bei Lüneburg veröffentlicht seit 1995 Gedichte. Zuletzt erschien Dies ist nur der Auszug aus einem kürzeren Text bei Jung und Jung in Salzburg. Ausgezeichnet wurde er bisher unter anderem mit dem Hugo-Ball-Förderpreis
(2011).

Michael Braun, geb. 1958, lebt als freier Literaturkritiker in Heidelberg. Er arbeitet für Rundfunk und Printmedien und ist Herausgeber und Autor vieler Veröffentlichungen zur Lyrik. Zuletzt erschien u.a. ein  2018 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.

Eintritt: 12,- / erm. 6,-

Ort: Literaturhaus Hannover, Sophienstr. 2, 30159 Hannover

Karten-VVK: Kasse im Künstlerhaus, Sophienstr. 2, Tel.: 0511 16841222

www.literaturhaus-hannover.de