Veranstaltungs-Archiv

07.10.22 - 19.00 Uhr –

Das zweite Leben des Adolf Eichmann

Ariel Magnus liest aus seinem Roman und unveröffentlichten Texten

Der argentinische Autor Ariel Magnus hat intensiv zu den 1940er Jahren in Buenos Aires recherchiert. Mit beißendem Spott zeigt uns er in seinem Roman „Das zweite Leben des Adolf Eichmann“ einen unbelehrbaren Menschen, dessen antisemitischer Irrglauben auch im argentinischen Versteck ungebrochen war und der dort bar jeder Reue und völlig unbehelligt von einer Rückkehr nach Deutschland träumen konnte – bis zu seiner Verhaftung 1960. Eichmann war der erste Nationalsozialist, der in Israel angeklagt wurde. Sein Prozess endete am 15. Dezember 1961 mit einem Todesurteil. Eichmann beharrte bis zum Ende darauf, dass er im juristischen Sinne unschuldig sei, und berief sich auf einen vermeintlichen „Befehlsnotstand”.

In dem noch unveröffentlichten Roman geht es um die unerwartet-unerhörte Nachbarschaft von Nationalsozialisten, die vor der Nachkriegsjustiz geflohen waren und bereits Jahre zuvor aus Deutschland vor ebendiesen Nazis geflohenen jüdischen Glaubensangehörigen in einem Stadtviertel von Buenos Aires.

Die Lesung ist der Auftakt der Reihe „Geschichte(n) erzählen“, einer Kooperation des Museumsquartiers Osnabrück, der Volkshochschule und des Literaturbüros Westniedersachsen. In dieser Reihe wird sich dem Thema „Erinnerungskultur“ aus literarischer Sicht genähert. Der Fokus liegt auf neuen Betrachtungsweisen zu historischen Ereignissen und literarisch verarbeiteten jüngsten persönlichen wie kollektiven Erfahrungen von jungen Autorinnen und Autoren.

Veranstalter: Museumsquartier Osnabrück, Volkshochschule, Literaturbüro Westniedersachsen

Veranstaltungsort: Museumsquartier, Lotterstr. 2

Eintritt: 7,- € / erm. 5,- €

Kartenreservierung: www.museumsquartier-osnabrueck.de