Gastauftritt

Mai 2014 – Gastauftritt

Das virtuelle Literaturhaus Bremen / Heike Müller

Seit 2005 versammelt das Literaturhaus Autoren und Literaturinstitutionen aus Bremen und Bremerhaven im Netz – als bundesweit erste Einrichtung dieser Art. Für seine zukunftsweisende Arbeit wurde es bereits mehrfach ausgezeichnet.

Literaturbüro Bremen Team v.l. Heike Müller, Dr. Ian Watson, Dr. Silke Behl, Daniel Tepe © Kerstin Rolfes

Team v.l. Heike Müller, Dr. Ian Watson, Dr. Silke Behl, Daniel Tepe © Kerstin Rolfes

Das virtuelle Literaturhaus Bremen ist Plattform und Werkstatt für die literarische Szene der Stadt. Mit seinen Projekten und Informationsangeboten vernetzt der Verein Autoren, Verleger und Literaturinstitutionen und wirkt zugleich als internationaler Leuchtturm für den Bremer Literaturbetrieb.

An der Schnittstelle zwischen Literatur und Digitalen Medien schafft das virtuelle Literaturhaus internationale Aufmerksamkeit, ermöglicht Austausch und stärkt mit seinen kooperativen Bildungsprojekten im Netz wichtige Schlüsselkompetenzen bei jungen Menschen.

  • Mit seinem Serviceportal informiert das virtuelle Literaturhaus zuverlässig über die Aktivitäten und Angebote der Literaturszene im Norden
  • Es setzt Tiefenschärfe durch Autorenporträts, Themenschwerpunkte und das einzigartige Audioarchiv
  • Das virtuelle Literaturhaus ermöglicht internationalen Austausch durch Kooperationsprojekte, Stipendien und Festivalbeteiligungen.
  • Es fördert die Medien- und Schreibkompetenz Bremer Jugendlicher mit digitalen Schreibwerkstätten und interaktiven Projekten

Sieben Fragen an Heike Müller

Ihr literarischer Held in der Kindheit? / Ihr Lieblings-Kinderbuch-Held?

Meine Heldin der Kindheit war natürlich unangefochten Pippi Langstrumpf! Sie war so stark und frech, das war für Mädchen damals ja fast unverschämt…alles so kleine Annikas. Ich auch. Das hat sich in der Pubertät dann zum Glück gegeben.

Der für Sie spannendste/ verwirrendste Autor der Gegenwart?

Derzeit unbedingt Lukas Bärfuss. Sein aktueller Roman „Koala“ hat mich sehr irritiert zurück gelassen. Bei meinem hohen Lesekonsum kommt das nicht so häufig vor. Da verzeihe ich auch manch stilistische Ungenauigkeit. Es ist ein Buch, das den Leser am Ende nicht von seinen vielen Fragen erlöst – ganz im Gegenteil.

Das Schönste an Ihrer Arbeit?

Wenn sich online konzipierte Projekte nach ihrer Entwicklung im Realen zeigen. Sprich vor Publikum. Dann wird deutlich, welche Ideen tragen und welche nicht. So gesehen, ist es auch im virtuellen Zeitalter immer wieder die Begegnung mit Menschen. Mit ihren Biographien, ihrer literarischen Arbeit, ihrem Erkenntnisinteresse.

Ihre literarische Mission besteht in...?

Mit dem Missionieren habe ich es überhaupt nicht. Das hat im Laufe der Kulturgeschichte viel zu viel Leid und Elend verursacht. Deshalb bin ich vorsichtig mit dem Wort. Aber vielleicht kann ich sagen, dass ich Menschen sehr gern für eine Literatur begeistere, die nicht alles ausbuchstabiert, damit genug Raum für das Unaussprechliche bleibt.

Was kann Literatur, was andere (Sparten) nicht können?

Literatur kann uns viele Leben in einem geben. Mehr geht absolut nicht.

E-Books – ja oder nein?

Da bin ich völlig entspannt. Nein zu sagen, wäre völliger Nonsens. Die Technik ist längst da und wird immer schneller sein als wir. E-Books sind lediglich digitale Textformate. Mich interessieren mehr die intermedialen Zugänge zur Literatur wie das Literaturhaus Bremen sie in zahlreichen Netzprojekten fördert. Wir werden uns zukünftig eher mit der Entwicklung und Rezeption transmedialer Erzählstrukturen beschäftigen als mit der obsoleten e-Book-Frage.

Lieblings-Zitat / -Gedicht?

Blame it or praise it, there is no denying the wild horse in us. - Virginia Woolf