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Buchtipp – Oktober 2017

Pascale Hugues: „Deutschland à la française“

Die in Berlin lebende Journalistin setzt sich in diesem klugen, kenntnisreichen und humorvollen Buch mit ihren beiden Heimaten auseinander.

(c) Rowohlt Verlag

Die Bücherwelt blickt nach Frankreich als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr. Die französische Journalistin und Autorin Pascale Hugues lebt seit fast zwanzig Jahren in Berlin und wirft in ihrem neuen Buch „Deutschland à la française“, einen Blick auf ihre Wahlheimat. Wieso wird der Müll in Deutschland so akribisch getrennt? Und warum isst man eine "Stulle" zum Mittagessen? Hugues staunt nach so vielen Jahren in Deutschland trotzdem noch über die Mentalität, die Essgewohnheiten und die Sprache in diesem Land, das ihr nahe und zugleich immer noch ein bisschen fremd ist. Sind die Deutschen wirklich so ordentlich und die Franzosen so locker? Wo offenbart sich die deutsche Seele? Und wann der französische Esprit? Neugierig flaniert Hugues durch die Straßen und Parks, lauscht den Gesprächen und erforscht die Eigenheiten beiderseits des Rheins. Es interessiert sie die Toleranzschwelle beim anarchistischen Einparken, wie man zu Abend isst, wie man streikt, wie man sich am Telefon meldet und ab wann Politiker als korrupt gelten – all das beschreibt sie auf wunderbare Weise in ihrem Buch und lehrt uns eine Menge über die deutsche Seele und den französischen Esprit. Auch Klischees überprüft sie auf ihren wahren Kern. Hugues beobachtet mit scharfem, aber immer liebevollem Blick aus der Sicht einer Autorin, die in zwei Welten zuhause ist, und beide liebt. Insgesamt fliegt man mit Leichtigkeit a la française durch die 200 Seiten und ist am Ende amüsiert über die netten Unterschiedlichkeiten. Insbesondere wenn man Frankreich und die Franzosen etwas kennt, macht die Lektüre dieses Buches umso mehr Spaß, denn die Autorin nimmt mit einem feinen und eleganten Humor die Bewohner beider Länder auf die Schippe.

Pascale Hugues, geboren in Straßburg, arbeitet seit 1989 als Korrespondentin in Deutschland, zunächst für die Zeitung Libération, heute für das Magazin Le Point. Sie schreibt auch für deutsche Zeitungen, sie ist unter anderem Kolumnistin des Berliner Tagesspiegels.

Von: Kerstin Fischer, Literatubüro Lüneburg