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Buchtipp – Dezember 2017

Michael Stavaric: "Gotland"

Zuerst ein irritierendes Vorwort, in dem ein Autor erst seine Lektorin und dann die ganze Welt mit einem nicht enden wollenden, begeisternden Manuskript überschwemmt. Dann ein harter Schnitt

© Luchterhand Literaturverlag

und der Beginn einer zunächst konventionell erscheinenden Adoleszenzgeschichte, in der ein Junge in der Obhut seiner alleinerziehenden Mutter aufwächst, bis ihn die Entdeckung ihrer und seiner Sexualität sowie ihr strenger katholischer Glaube vor verstörende Fragen stellt. Die Suche nach Antworten treibt ihn als jungen Mann nach Gotland: an jenen Ort, von dem seine Mutter behauptet, sie habe dort seinen Vater kennengelernt. Auf Gotland trifft der Protagonist auf sein Alter Ego Charles, der erkannt hat, dass es tatsächlich einen Gott gibt, der aber verachtenswert sei und den er deshalb tötet. Aber das ist noch nicht alles ...

Ein unkonventioneller Roman, der den Leser zugleich mit fantastischen und grotesken wie auch realistischen Elementen in den Bann zieht.

Michael Stavaric, 1972 in Brno (Tschechoslowakei) geboren, lebt als freier Schriftsteller in Wien. Seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Adelbert-Chamisso-Preis.

Luchterhand Literaturverlag, 2017

Von: Beatrice le Coutre-Bick, Literaturbüro Westniedersachsen