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Buchtipp – September 2017

Lizzie Doron: "Sweet Occupation"

Mit ihrem neuen Buch „Sweet Occupation“ setzt die israelische Autorin Lizzie Doron fort, was sie mit ihrem letzten Roman begonnen hat: Das Gespräch zwischen Palästinensern und Israelis.

(c) dtv

In ihrem Roman „Who the fuck is Kafka“ beschrieb die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron wie sich, obwohl begleitet von Vorurteilen und Unverständnis, eine Freundschaft mit einem arabisch-palästinensischen Journalisten entwickelte, den Sie auf einer Konferenz in Rom kennenlernt hatte. Ihrem aktuellen dokumentarischen Roman liegen Treffen mit Mitgliedern der „Friedenskämpfer-Bewegung“ zugrunde. Fünf Männer in der Mitte ihres Lebens: Die verurteilten ehemaligen Terroristen Muhammad, Suleiman und Jamil aus den besetzten Gebieten sowie die Israelis Chen und Emil, die den Dienst an der Waffe verweigert haben. Männer, die im Gefängnis saßen und, nachdem sie wieder freikamen, die „Friedenskämpfer-Bewegung“ gründeten, entschlossen, ihrem Leben eine entschieden andere Richtung zu geben. In der israelischen Öffentlichkeit gelten sie als Terroristen und Verräter, weshalb der Kontakt für die Autorin heikel war und sie in ihrer Heimat keinen Verlag finden konnte, der das Buch drucken wollte.

Einer der „Friedenskämpfer“ - Muhammad - hatte Kontakt zu Lizzie Doron aufgenommen. Er wolle ihr eine Geschichte für ein neues Buch liefern. Sie traf zunächst ihn, dann weitere Mitglieder der Bewegung. Feinde, Widersacher. Palästinenser, die die Juden töten wollten, und Israelis, die sich geweigert hatten, ihr Land zu verteidigen. Ein Jahr lang hörte sie ihren Kindheitserinnerungen zu, lernte ihre Gefühle kennen, ihre Träume und Ängste, erfuhr von dem Moment, als sie anderen das Leben nahmen. Entstanden ist ein ergreifendes Dokument über einst Radikale, die dem sinnlosen Hass eine Perspektive entgegensetzen.

Von: Kerstin Fischer, Literaturbüro Lüneburg